Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Ö1 Journal um fünf

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Zwischen Moderne und Melancholie". Anlässlich des 200. Geburtstages von Charles Baudelaire begibt sich der Literaturwissenschafter Wolfgang Müller-Funk auf literarische Spurensuche Charles Baudelaire ist eine Ikone der europäischen Moderne, eine Gestalt zwischen Romantik und Symbolismus. Ein Dichter der Großstadt, ihrer Schönheiten und ihrer Kehrseiten. Ein Flaneur, der als vielleicht erster die anonyme Menge in der Großstadt literarisch festgehalten hat. Literarisch erkundet er das Paris des 19. Jahrhunderts, das sich von der vormodernen Stadt mit ihren verwinkelten Gassen und Plätzen verabschiedet. Baudelaire ist der Erfinder des unübersetzbaren französischen Wortes ennui, das ein existentielles Gefühl von Leere, Ekel und Verloren-Seins umschreibt. Er ist ein Kronzeuge für jene moderne Erfahrung, in der der gottverlassene Mensch auf eben jenes Böse stößt, das für seine berühmte Gedichtsammlung "Les Fleurs du Mal" (Die Blumen des Bösen) namensgebend gewesen ist. Baudelaire, ein Anhänger der religiösen Reformbewegung des Jansenismus, war von der Lehre der "Erbsünde" überzeugt und fühlte sich "angeboren verdorben". Er war sich sicher, dass sich nur durch die Erbsünde der Zwiespalt erklären ließe, der sich in allen Menschen zeige. Gleichzeitig findet man in seinem Werk eine religiöse Idee der "Erlösung", nach der sich der Dichter mit aller Kraft sehnt. Politisch ist der Seismograph der modernen Großstadt nicht einzuordnen, er ist konservativ und anarchistisch, aristokratisch und subversiv, melancholischer Don Juan in schwarzem Gewand, ein Mann, der von einflussreichen Frauen umgeben ist und der sich in die Niederungen der großstädtischen Unterwelt beginnt. In seinen "Gedanken für den Tag" begibt sich der Literaturwissenschafter Wolfgang Müller-Funk, anlässlich des 200. Geburtstages von Charles Baudelaire am 9. April, auf literarische Spurensuche und stellt einige Motive aus Baudelaires literarischer Welt vor: vom ennui über die Figur des Flaneurs bis zur anonymen Großstadt.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Renate Burtscher. Nachgetragene Liebe, von richtigen und falsch (zugeordneten) Zitaten und einem amerikanischen Komponisten, der die vollendeten Kompositionen seine Freunde, die unvollendeten seine Feinde nannte. "Ich habe nie vergessen, wie enttäuscht ich als Kind war, wenn der Vorhang aufging und meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Ich hatte gelesen, da sei ein Wald, ein Schloss, das Meer und eine Stadt ... Aber auf der Bühne gab es weder Wald noch Schloss, auch kein Meer und keine Stadt. Ich will damit nur sagen, dass man dem Publikum nicht alles vorenthalten muss, wovon man befürchtet, es könne ihm gefallen. Die Sache mit dem Schock ist vorbei. Der Zuschauer hat auf der Bühne schon alles gesehen, was schockieren könnte: Tod, Sex, Blut und Nazis. Damit reißt man keinen Hund mehr vom Sperrsitz. Ich meine nicht, dass man sich um die Probleme drücken soll. Die haben nur langsam eine andere Verpackung nötig. Das ist sicher wahnsinnig schwer, und bei aller Lust stecke ich voller Zweifel. Ich bin mir nur in einem sicher: Der alte verlockende, sündige Reiz der Opernbühne darf nicht auf der Strecke bleiben"(Loriot).

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Tiere mit Rundumblick. Der Zoologe Michael Köck über die Vieraugenfische. Teil 3: Fortpflanzung mit Lebendgeburt Gestaltung: Julia Grillmayr "Es ist sehr einprägsam, wenn man einer Gruppe von Vieraugenfischen begegnet", sagt Michael Köck. Man sieht eine Menge kleiner Kügelchen, die an der Wasseroberfläche schweben. Die Fische der Gattung Anableps haben eine große Schwimmblase und halten sich immer oberflächennahe auf, wobei ihre Augen ein stückweit aus dem Wasser ragen - was ihnen auch ihren Namen eingebracht hat. Tatsächlich haben auch die Anableps nicht vier, sondern nur zwei Augen, die allerdings vier Bilder generieren. Dort, wo das Auge aus dem Wasser ragt, ist die Iris zusammengewachsen, was es den Fischen erlaubt, sowohl unter als auch ober Wasser zu sehen. Da das Licht an der Luft anders gebrochen wird als im Wasser, ist die Hornhaut ihrer Augen oben dicker und unten dünner. So sehen sie alle vier Bilder scharf und gleichzeitig. Was man dabei auch beachten muss: "Das Gehirn des Vieraugenfisches muss diese vier Teile verarbeiten und zusammensetzen können", sagt Köck - das sei eine Meisterleistung. Eine weitere Besonderheit der Gattung Anableps ist ihre Fortpflanzung. Die Vieraugenfische sind lebendgebärend; die Jungtiere wachsen im Bauch der Mutter heran und werden von einem Dottersack ernährt. Kurioser ist die Paarung selbst: Das Männchen entwickelt aus seiner Analflosse eine Art Penis, mit Hilfe dessen das Weibchen befruchtet wird. Dieser Penis bildet sich entweder links oder rechts aus. Nun sind aber auch die Schuppen des Weibchens entweder nur links oder rechts für die Paarung "offen", was bedeutet, dass sich allein ein gegengleiches Paar auch paaren kann. Das nimmt die Wissenschaft zumindest an. Diese Hypothese gibt es seit dem 18. Jahrhundert, allerdings wurde sie nie zweifelsfrei überprüft. Ansonsten sind die Vieraugenfische, vor allem ihre besondere Anatomie des Auges, besonders gut erforscht, wie Michael Köck erklärt. Für manche biologische Fragestellungen, wie etwa Gruppenbildung und Territorialität, dienten sie sogar als Modellorganismen. Die Fische leben im Brackwasser, wo sich süßes Fluss- und Meerwasser mischt. Sie kommen in Südamerika sowie an der mittelamerikanischen Pazifikküste vor, wo sie schlammige Küstengebiete oder seichte Gezeitenbereiche von Mangroven-Wäldern bewohnen. In diesem Lebensraum zahlt sich der Rundumblick aus. Unter Wasser hält der Vieraugenfisch nach Futter Ausschau, das er mit seinem breiten Maul abgrasen kann, ober Wasser behält er Möwen und Greifvögel im Blick, um rechtzeitig ins offene Wasser fliehen zu können.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg

Methan - die unerkannte Gefahr (3). Gestaltung: Sabine Nikolay Methan - CH4 - ist ein farbloses, geruchloses, leicht entzündliches Gas, das ein natürlcher Bestandteil der Erdatmosphäre ist. Es entsteht dort, wo organisches Material unter Luftabschluss zersetzt wird - zum Beispiel auf Mülleponien, in Kläranlagen, in der Forstwirtschaft und in der Massentierhaltung. Inzwischen ist bekannt, dass vor allem während des Verdauungsprozesses von Rindern viel Methan entsteht, das über den Darm der Tiere in die Atmosphäre entweicht. Dass Methan entsteht, ist also ein natürlicher Vorgang. Es gibt allerdings ein Problem: Es entsteht zu viel davon. Methan ist eines der Treibhausgase, die unsere Atmosphäre aufheizen. Und die Konzentration des Gases steigt weiterhin rasant an. Das hat mit der wachsenden Erdbevölkerung zu tun - rund 70% der Methanemissionen sind auf den Menschen zurückzuführen - aber auch mit dem Auftauen der Permafrostböden in der Arktis und Antarktis, die durch die Klimaerwärmung und speziell die Erwärmung der Weltmeere immer rasanter fortschreitet. Jedes Jahr beginnt die Schneeschmelze in den Polargebieten früher, und die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt setzen später ein. In den Permafrostböden ist Methan gebunden, das vor Millionen von Jahren entstand, als riesige Urwälder unter Gesteinsschichten verrotteten. Aus ihnen bildete sich Erdöl, Erdgas und eben Methan, das bisher in Sibirien und in den Tiefen der Böden am Grund des nördlichen Eismeeres gebunden war. Nun aber tauen die Böden auf und das Gas entweicht in die Atmosphäre, wo es sich sammelt und sehr langsam abgebaut wird. Forscher*innen, die auf einer internationalen schwimmenden Schiffsstation jahrelang in den Gewässern nördlich von Russland unterwegs waren, berichten von besorgniserregenden Mengen an frei gesetztem Methan und warnen vor dem Erreichen des "Tipping Point" an dem das Weltklima kollabieren könnte.

09.30 Uhr
Radiokolleg

1961, 1981, 1983 (3). Gestaltung: Sarah Kriesche, Julia Gindl, Anna Masoner Die Radiokollegreihe rollt anhand von Ereignissen und Momenten der Technikgeschichte die Entwicklung der Informationsgesellschaft im 20. Jahrhunderts auf. *1983 Mensch-Maschine-Interaktion* Das Smartphone als verlängertes Gehirn, Assistenz-Roboter, die äußerlich aussehen wie ihre Erfinderinnen und Erfinder oder Autos, die Namen erhalten und wie Familienmitglieder behandelt werden - Technik wird oft vermenschlicht. Welche Erwartungen wir an neue Technologien haben und wie diese Einstellung unsere Interaktion mit Technik prägt, damit befasst sich der Forschungsbereich Mensch-Computer-Interaktion. Für diesen Dialog zwischen Benutzer und Maschine haben im Jahr 1983 die amerikanischen Forscher Stuart K. Card, Allen Newell und Thomas P. Moran den Begriff "Human-Computer-Interaction" in ihrem Buch "The Psychologie of Human-Computer Interaction" geprägt. Wir müssen uns in Zukunft etwa auch sicher und wohlfühlen, wenn wir uns in ein selbstfahrendes Auto setzen oder in der Industrie mit Robotern kooperieren und die Arbeit aufteilen. Gestaltung: Julia Gindl

09.45 Uhr
Radiokolleg

Meister der Moderne (3). Gestaltung: Helene Breisach Am 6. April 1971, also vor 50 Jahren, starb der Komponist Igor Strawinsky im Alter von 88 Jahren in New York City. Die Stille, mit der er aus dem Leben schied, stand in großem Kontrast zu seinem künstlerischen Werdegang, der immer wieder einem Ritt auf dem Vulkan glich. Die Zeitung The Guardian feierte ihn als "die herausragende Figur in der Musik des 20. Jahrhunderts", und die New York Times nannte ihn "den Modernsten der Moderne". Von den internationalen Größen der Musik- und Tanzwelt gab es ungeteilte Ehrenbekundungen, etwa von den Dirigenten Otto Klemperer, Leopold Stokowski und Leonard Bernstein, den Komponisten Aaron Copland und Randall Thompson, den Choreografen Federick Ashton und George Balanchine sowie zahlreichen anderen, die mit ihm zusammengearbeitet hatten. Strawinsky war zum Zeitpunkt seines Todes bereits so etwas wie "internationales Gemeingut", seine Musik war weltweit bekannt. Seine Hauptwerke werden bis heute regelmäßig aufgeführt und eingespielt. Aber wie gut kennen wir ihn und seine Musik tatsächlich, über die Handvoll häufig gespielter Stücke hinaus? Sein erster großer Erfolg, das 1910 in Paris uraufgeführte Ballett "Der Feuervogel", wird laufend neu choreografiert. "Le Sacre du Printemps - Das Frühlingsopfer" begeistert das Publikum heute genauso wie bei der Premiere von 1913, wo es einen berüchtigten Skandal auslöste. "The Rakes progress", seine erfolgreichste Oper, ist praktisch nie aus dem Repertoire verschwunden. Strawinsky hat in seinem langen, kreativen Leben über 120 Werke produziert, und das in vielen unterschiedlichen Stilen. Da gibt es etwa den frühen "Chant funèbre" op. 5, entstanden im Jahre 1908 im Andenken an Rimsky-Korsakow und erst 2015 wiederentdeckt; oder die Ballettkantate "Les noces", die tief in die Kultur seiner Heimat Russland eingebettet ist. Und es gibt die sogenannten neoklassizistischen Werke der Zwischenkriegszeit, wie die Opera buffa "Mavra" (1922), das Oratorium "Oedipus Rex" (1927) und die Symphonie in C (1940). Und dann sind da seine späten amerikanischen Schöpfungen, etwa das Ballett "Orpheus" und das vitale Zwölfton-Werk "Requiem Canticles" (1966) des 80-jährigen Künstlers. Strawinsky hat seinen Stil so oft geändert, wie er Grenzen überschritten und Nationalitäten angenommen hat. Er wurde als Russe geboren, lebte während des Ersten Weltkriegs in der Schweiz, nahm schließlich die französische Staatsbürgerschaft an, starb als US-Bürger und wurde in Italien auf der Friedhofsinsel von Venedig begraben. Strawinsky durchlebte die turbulenten Zeiten des 20. Jahrhunderts - ein Lebenslauf, der geprägt war von Revolution, Krieg und Migration. In seiner Musik reagierte Strawinsky auf die kulturellen und politischen Veränderungen wie kaum ein anderer Komponist des 20. Jahrhunderts. Und damit bleibt er auch heute noch aktuell - 50 Jahre nach seinem Tod.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ausgewählt

Mit Helene Breisach Hommage an Igor Strawinsky zum 50. Todestag

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

?Krass? von Martin Mosebach. Es liest Markus Hering. Der unverschämt reiche Waffen-, Drogen- und Mädchenhändler Ralph Krass ist ein brutaler Narzisst, der auf seinem Sterbebett mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Sie führt von Neapel über Frankreich bis nach Kairo. Martin Mosebach erzählt in seinem neuen Buch "Krass" vom Aufstieg und Fall eines barocken Machtmenschen; eine Mischung aus Charakterstudie, Liebesroman und Mephisto-Geschichte. Martin Mosebach, geboren 1951 in Frankfurt am Main, war zunächst Jurist, bevor er 1983 zu schreiben begann: Romane, Erzählungen, Gedichte, Libretti und Essays. Dafür hat er zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten, etwa den Heinrich-von-Kleist-Preis, den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, den Georg-Büchner-Preis und die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt. Er ist Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung, der Deutschen Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg sowie der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und lebt in Frankfurt am Main. Gestaltung: Nicole Dietrich

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Liebstöckel, Nacktmull Co. Vom Leben der Natur Vol. 1 Gestaltung: Stephan Pokorny Wie macht man Natur hörbar? Ein Summen, ein Zwitschern, ein Bachrauschen lässt sich leicht mit einem Aufnahmegerät einfangen. Doch wie bringt man faszinierende Zusammenhänge von Flora und Fauna ins Radio oder auf eine CD? Die Erfahrung zeigt: mit der Begeisterung jener, die am besten darüber Bescheid wissen. Jede Woche von Montag bis Freitag öffnet sich in Ö1, jeweils von 8.55 Uhr bis 9.00 Uhr der Vorhang zu einer imaginären Naturbühne und präsentiert ein Thema, das für eine Woche im Zentrum der Sendereihe steht. Diese sind so vielfältig, so bunt und schillernd wie die Natur selbst. Von der Milchstraße zum mikroskopisch kleinen Einzeller spannt sich der Bogen von "Vom Leben der Natur", funkelnde Edelsteine und Bachkiesel haben ebenso ihren großen Auftritt wie Tiere und Pflanzen in vielfältigen Lebensräumen. Das Schwierigste an der vorliegenden Produktion: die Auswahl - diesmal sind es folgende Themen: Die Pfütze. Die Kommunikation von Katzen. Heimische Nadelbäume. Hummeln. Nacktmulle. Der Donau-Kammmolch. Die Heilkraft der Pflanzen. Lippfische.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Peter Kislinger. Orchestre Philharmonique Royal de Liège unter der Leitung von John Neschling mit Respighis Orchesterbearbeitungen von Werken von J.S. Bach und Rachmaninow. Die CD vereint Orchesterbearbeitungen, die in den Jahren 1929 und 1930 entstanden sind. Besonders die "orchestralen Interpretationen" - so Ottorino Respighis Terminus - Bachscher Orgelwerke sind wohl nichts für "historisch informierte" Ohren. Respighis Bewunderung für die großen Werke der Vergangenheit beruhte auf langer Beschäftigung, schloss aber Freiheiten im Umgang mit ihnen nicht aus. Respighi und Dirigentengrößen wie Fritz Reiner oder Arturo Toscanini, die diese Bearbeitungen bestellten und enthusiastisch begrüßten ("meisterhaft orchestriert. Bravo, Respighi!"), verwiesen darauf, Bach selbst habe Bearbeitungen angefertigt, die von den Originalen abwichen. Keine Bedenken gegen etwaige Verfälschungen sollten den Genuss von Respighis Arrangements einiger "Études-Tableaux" von Sergej Rachmaninow trüben. Sie gehen auf eine Initiative des Dirigenten und Verlegers Serge Koussevitzky zurück. Der Pianist und Komponist Rachmaninow war 1930 von dem Plan sogar begeistert: "Ich bin sicher, dass diese 'Études' in ihrer meisterlichen Bearbeitung wunderbar klingen werden." So sehr angetan war er, dass Respighi "einige Erläuterungen" zu seinen "geheimen Absichten" anbot (und schließlich auch lieferte), die ihm helfen sollten, "den Charakter dieser 'Études' zu verstehen und die geeigneten Farben für die Orchestrierung zu finden." Historisch Informierte bitte weghören: Bravo Respighi! Bravo Orchester! Bravo Maestro John Neschling! Bravo Aufnahme! Prächtig, brillant, spektakulär, wunderbar.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Stimmen hören

mit Chris Tina Tengel. Franco Corelli zum 100. Geburtstag Christa Ludwig: "Wenn Corelli in schlechtem Stil und in schlechtem Französisch Werthers "Pourquoi me réveiller" gesungen hat, fing ich auf der Bühne an zu weinen. Seine Stimme war sooo sexy." Manche haben es eben, andere nicht! Den vor 100 Jahren geborenen, zur Generation von Mario del Monaco, Giuseppe di Stefano und Carlo Bergonzi gehörigen Franco Corelli wird, wer nur ein paar Töne von ihm gehört hat, nie mehr mit einem anderen Sänger verwechseln. Es ist ein lustvolles, den farbig-virilen, immer leicht "rauchigen" Stimmklang und die Musik auskostendes Singen von "animalischer Vitalität" (Jürgen Kesting), das rauschhafte Momente kennt - und dem, mit dem rechten Repertoire, Stil, Finessen, keinesfalls abgehen. Gewiss, der im Erscheinungsbild Tenor-Klischees aufs Angenehmste Lügen strafende Franco Corelli kommt aus einer Zeit des "veristischen" Intonierens und doch reicht sein Repertoire vom "Belcantisten" Bellini bis zu den schwärmerisch-romantischen Bühnenfiguren der Generation Puccini-Giordano, mit Verdi im Zentrum. Und alles das nach stockenden Anfängen mit Angst vor jedem hohen Ton, mit einem zarten Nervenkostüm, das viele Anekdoten produziert hat.

15.30 Uhr
Moment

Wo ist mein unbekannter Halbbruder? Eine österreichisch-französische Spurensuche Es sind Geschichten mit vielen Unbekannten, Nachforschungen mit ungewissem Ausgang: Gibt es ihn wirklich, den österreichischen Halbbruder, fragt sich ein französisches Geschwisterpaar; und wenn ja, wo? Wie hieß der leibliche Großvater, angeblich ein Wiener Bäcker und als Wehrmachtssoldat in der Bretagne stationiert - eine weitere Französin geht den Wurzeln ihrer Familie auf den Grund. Sie alle haben Väter oder Großväter, die im zweiten Weltkrieg französische Kriegsgefangene in Österreich waren, oder in Frankreich stationierte, österreichische Wehrmachtssoldaten, die im damaligen Feindesland verbotene Beziehungen eingingen. Ein Kind vom Feind zu bekommen war für die Frauen eine Schande und mitunter gefährlich. Das Thema ist noch heute in vielen Familien ein Tabu, berichten die Suchenden, die von ihren Verwandten und Vorfahren oft nur wenig Auskunft erhalten und überdies auf Sprachbarrieren stoßen. Unterstützung bei ihren Recherchen in Sachen "Kriegskinder" bekommen sie vom französisch-deutschen Verein "Coeurs sans frontières" - "Herzen ohne Grenzen". Drei französische Familien erzählen über ihre Suche nach ihren unbekannten österreichischen Verwandten. Gestaltung: Johanna Steiner

15.55 Uhr
Ö1 Kinderjournal

Rudi präsentiert das Ö1 Kinderjournal Jeden Donnerstag besucht Rudi seine Kolleginnen und Kollegen in der Journalredaktion und erfährt von Christine Thönicke-Frenkenberger die neuesten Nachrichten der Woche. Gestaltung: Kathrin Wimmer

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Medizin und Gesundheit

16.40 Uhr
Die Ö1 Kinderuni

Verhaltensforschung an Vögeln Gestaltung: Isabelle Engels In Grünau im oberösterreichischen Almtal gibt es die Konrad Lorenz Forschungsstelle. Hier leben Graugänse, Waldrappen, Dohlen und Raben. Und hier arbeiten Wissenschaftler/innen, die diese Vögel nicht nur füttern, sondern auch erforschen. Sie beobachten ganz genau, wie sich die Tiere - einzeln oder in der Gruppe - verhalten. Viel Interessantes haben sie schon herausgefunden, aber es gibt noch einige Rätsel zu lösen. Warum z.B. schlüpfen aus 200 Eiern nur 100 Gössel, also Gänseküken? Um das Brutverhalten beobachten zu können, ohne die Tiere zu stören, wurden Videokameras in den Nestern installiert. Dabei konnte man sehen, wie die Gans ihre Eier hin und her rollt. Was könnte hinter diesem Verhalten stecken? Die Biologin Julia Rittenschober von der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal hat Videoaufnahmen mitgebracht, die sie gemeinsam mit den Ö1-Kinderunireporter/innen Ioane, Niko, Katharina, Elias, Jordan und Jakob anschaut und analysiert.

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. Musik von Gábor Bolla bis Baro Syntax Wer an die Roma und Sinti einerseits und Jazz andererseits denkt, dessen erste Assoziation lautet fast immer: Django Reinhardt. Zu Recht, denn der in Belgien geborene französische Musiker (1910-1953) war nicht nur ein genialer Gitarrist, er entwickelte in den 1930er Jahren gemeinsam mit Violinist Stéphane Grappelli auch den ersten genuin europäischen Jazzstil, heute als Sinti-Swing oder Jazz Manouche bekannt. Der Spur Reinhardts sind seither zahllose virtuose Gitarristen gefolgt, von Biréli Lagrène über Stochelo Rosenberg bis hin zu den beiden Österreichern Diknu Schneeberger und Harri Stojka. In den heutigen Spielräumen wollen wir indessen einen Blick auf Jazz-orientierte Roma- und Sinti-Musiker/innen werfen, die ihre Herkunft auf andere Weise reflektieren: Etwa den 32-jährigen ungarischen Saxofonisten Gábor Bolla, der auf seinem Album "Find Your Way" Musik von Bélà Bartok und Thelonious Monk eigenen Kompositionen gegenüber stellt. Oder "Rap Manouche"-Pionier Baro Syntax, dessen Song "Gens de voyages" von 2003 zu einer Hymne der jungen französischen Roma-Community geworden ist. Eine Sendung aus Anlass des heutigen "Internationalen Tags der Roma".

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Die Bedeutung der Farben für die Geschichte mit: Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien Gestaltung: Hanna Ronzheimer Manche Epochen gelten zu Unrecht als farblos. Gerade Forschungen zum Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit betonen aber in letzter Zeit, dass Kirchen im Mittelalter bunt, aber auch die Kleidung der Mittelschicht durchaus Moden und damit Farbwechsel unterworfen war. Grund genug, nach den Farben und dem Farbgebrauch in der Geschichte zu fragen. Wie wird in Quellen über Farben gesprochen bzw. war Homer wirklich farbenblind? Wie wurden Farben gehandelt und erzeugt, wer war für die Färbung von Tuch und Stoff verantwortlich? Mode versteht sich nicht nur als Wandel der Kleidungsformen, sondern auch als Farbwechsel. Im 14. Jahrhundert rückte Blau zur Modefarbe auf, zu Beginn des 15. Jahrhunderts avancierte Schwarz zum ultimativen Farbtrend in der Kleidung. Die beginnende Industrialisierung und damit ein Umbruch in der Gesellschaft brachten neue Farben auf. Farben kommen vielfältige Bedeutungen zu, sie begleiten verschiedene Stationen des Lebens, aber sie waren auch wichtige Handelsgüter.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Was kann man dagegen tun, dass Menschen ihre Abfälle achtlos wegwerfen? Würde ein Einwegpfand helfen? Gestaltung: Sonja Bettel Im Frühjahr machen Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger Frühjahrsputz in ihren Gemeinden. Zu tun gibt es genug, denn mit der Verbreitung von PET-Flaschen, Aludosen, Kaffee in Pappbechern und anderen "to go"-Produkten steigt seit Jahren auch der Müll, der in Straßen, Parks, auf Spazierwegen, in Wäldern und sogar in den Bergen landet. Als "Littering" wird dieses leider weit verbreitete illegale Wegwerfen von Müll bezeichnet. In Österreich, wo Mülltrennung und Müllabfuhr überall ausreichend gut organisiert sind, ist das Littering im internationalen Vergleich gering, aber dennoch ein großes Problem. Denn Plastikmüll oder Aludosen bleiben sehr lange in der Natur bestehen, zerfallen mit der Zeit in immer kleinere Teile, die nicht mehr entfernt werden können, und landen über Flüsse in den Meeren, wo sie riesige Müllstrudel bilden. Müll in den Straßen und in der Natur ist nicht schön anzuschauen, er ist gesundheitsschädlich und gefährdet Wildtiere.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

.diskussionen Das Gesprächsformat am Donnerstag Mit Hintergrundgesprächen, wissenschaftlichen Disputen, interdisziplinären Dialogen, Werkstatt- und Porträtgesprächen, Diskussionen zu aktuellen Themen.

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Marin Alsop; Juliane Banse, Sopran. Ying Wang: Unermüdlich strömend, nahezu transparent * Gottfried von Einem: Von der Liebe, Lyrische Phantasien für Gesang und Orchester op. 30 (aufgenommen am 28. Jänner im Großen Sendesaal der ORF RadioKulturhauses in Wien). Präsentation: Marie-Therese Rudolph

21.00 Uhr
Im Gespräch

"Das menschliche Gehirn ist eine Goldgrube". Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Lydia Mischkulnig, Schriftstellerin Seit über 25 Jahren bereichert sie mit ihren tiefschürfenden und aufrüttelnden Texten die österreichische Literaturszene: Lydia Mischkulnig. Sie gilt als sprachgewaltige Autorin, deren Texte von Kärnten über Wien und Venedig bis ins japanische Nagoya führen. Ihr jüngster Roman "Die Richterin" erstreckt sich bis Afghanistan. Um ihrer Protagonistin, einer österreichischen Asylrichterin, möglichst nahe zu kommen, hat Lydia Mischkulnig gerichtlichen Verhandlungen beigewohnt und mit Asylrichter/innen gesprochen. "Ich wollte schürfen in diesem Jammertal", meint Lydia Mischkulnig. Sie wollte wissen, wie Menschen als Organe des Rechtsstaates mit ihrer Macht und mit den Folgen ihrer Entscheidungen umgehen. "Je mehr ich mich in diese Materie eingearbeitet habe, desto gewaltiger ist mir Flucht vorgekommen - unbewältigbar. Jeder einzelne Fall verlangt nach gebührender Verhandlung." Lydia Mischkulnig wurde 1963 in Klagenfurt geboren und lebt in Wien. Sie studierte Bühnenbild an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz sowie Drehbuch und Produktion an der Filmakademie Wien. Sie schrieb zahlreiche Kolumnen, Essays, Romane und Erzählungen, darunter "Halbes Leben" (1994), "Schwestern der Angst" (2010), "Die Paradiesmaschine" (2016) und "Die Richterin" (2020). 1996 gewann die vielfach ausgezeichnete Autorin den Bertelsmann-Literaturpreis beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb, 2020 erhielt sie den Würdigungspreis des Landes Kärnten für Literatur. Renata Schmidtkunz spricht mit Lydia Mischkulnig über das Gehirn als Goldgrube, über das Schreiben als Forschungsarbeit und über den Mensch als Richter.

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Helga Pollak-Kinsky: Theresienstadt Gestaltung: Jörg Duit Am 29. Jänner 2017 fand im Stadtsaal in Wien anlässlich des Holocaust-Gedenktages eine Matinee mit Helga Pollak-Kinsky, dem Ensemble Zwockhaus und der Berliner Journalistin Hannelore Brenner-Wonschick statt. Thema der Matinee war das Tagebuch, das die am 28. Mai 1930 geborene Helga Pollak als junges Mädchen im Ghetto Theresienstadt, wohin sie im Jänner 1943 deportiert wurde, geschrieben hatte und das weitgehend erhalten geblieben ist. Helga Pollak-Kinsky las aus ihren Tagebuchaufzeichnungen, das Ensemble Zwockhaus brachte authentische Kabarettsongs aus Theresienstadt zum Vortrag, Hannelore Brenner-Wonschick spannte den erzählerischen Bogen. CD1: Teil-Mitschnitt aus dem Stadtsaal, ergänzt mit Studioaufnahmen CD 2: Sendung Menschenbilder mit Helga Pollak-Kinsky vom 26. März 2017. ORF-CD798

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Es wird heiß! Methan - die unerkannte Gefahr (3). Gestaltung: Sabine Nikolay Datenpunkte im Informationszeitalter. 1961, 1981, 1983 (3). Gestaltung: Sarah Kriesche, Julia Gindl, Anna Masoner Igor Strawinsky. Meister der Moderne (3). Gestaltung: Helene Breisach

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Neuerscheinungen auf Editions Mego Recollection GRM 1958 begründete der musique concréte Pionier Pierre Schaefer in Paris die GRM, die Groupe de Recherches Musicales und legte damit den Grundstein für die Entwicklung akusmatischer Musik in Frankreich. Eine kleine Gruppe von hauptsächlich Komponisten experimentierte mit elektronischen Klängen und Tonbandaufnahmen. Darunter Komponist/innen wie Bernard Parmegiani, Luc Ferarri, François Bayle, Beatriz Ferreyra und Éliane Radigue, deren Werke auf Tonträgern veröffentlicht wurden. Seit einigen Jahren widmet sich Editions Mego Recollection GRM diesem Fundus und veröffentlicht Werke ausgewählter Komponist/innen von damals wie heute auf LP. Die neuesten Erscheinungen stammen von Michèle Bokanowski und Lionel Marchetti. Bokanowski nahm einst Unterricht bei Éliane Radigue und entwickelte ihre eigene kompositorische Sprache mit dichten Klangtexturen, einer eigenwilligen und höchst musikalischen Intuition. Lionel Marchettis Werke stammen aus den 1990ern und er selbst ist einer der bekanntesten Vertreter der dritten Generation musique concrète. Er widmet sich vor allem natürlichen Klängen, die er in seinem Stück "Micro-Climat" unter die Lupe nimmt, für ihn ein ganz und gar körperliche Erfahrung. Gestaltung: Astrid Schwarz

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten