Tagestipps im Radio

Tagestipps

Sonntag 18:00 Uhr Bremen Zwei

Hörspiel: türken, feuer

Auf einmal ist alles anders. Fünf Menschen sterben in einem brennenden Haus - und das ganze Land spricht davon. Ist sowas zu fassen? m 29. Mai 1993 kommen in Solingen fünf Menschen türkischer Abstammung bei einem Brandanschlag ums Leben. Eine von ihnen ist Gürsün Ince, die sich für ihre dreijährige Tochter opfert, als sie mit ihr aus dem Fenster springt.

Sonntag 18:04 Uhr HR2

Feature

Tote Flüsse, deutscher Stahl - Dammbrüche in Brasilien | Philipp Lemmerich | Jessica de Almeida Mariana 2015, Brumadinho 2019 - binnen weniger Jahre bersten in Brasilien die Rückhaltebecken von zwei Eisenerzminen. Fast 300 Menschen sterben in den Lawinen aus giftigem Schlamm, tausende Quadratkilometer Land werden verseucht.

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Hongkong Airport, 23.45h Von Sibylle Berg Regie: Claudia Johanna Leist Mit: Christian Redl, Angelika Bartsch, Anna Thalbach, Zhang Danhong, Sibylle Berg Ton und Technik: Günther Kasper Produktion: WDR 2007 Länge: 72"02 Drei Menschen suchen das Glück in der großen Welt. Doch auch in der Ferne müssen sie feststellen: Man wird sich selbst nicht los. So ziehen sie Bilanz, einander unbekannt, bei ihrer zufälligen Begegnung an einem Flughafen. Schließlich sind es auch die Kunststoffschalensitze, die den Absprung leichter machen. Orange, kirschrot oder businessgrau. Abschiedsmöblierung auf jedem Flughafen dieser Welt. Auch Sibylle Bergs Helden, drei Glücksritter, lassen sich von diesen Sitzen aus in die Welt schleudern, fort aus einer Heimat, die ihr Versprechen auf Glück nicht gehalten hat. Die ihre Definition eingebüßt hat, weil sie Wärme und Halt verweigert. Wie die Schalensitze am Flughafen. Irgendwo auf dieser Erde zieht man dann Zwischenbilanz, Exotik und Elend im Reisegepäck. "Bleiben und Stille bewahren?" Dafür ist es jetzt zu spät. In jedem Fall für Andreas, Gudrun und Nele. Andreas, ein ehemaliger Hippie, ehemaliger Hotelbesitzer, ehemaliger fast im Tsunami Ertrunkener. Gudrun war in beinahe allen Ländern, über die es einen "Lonely Planet" gibt. Sicher ist allein, dass sie sich immer verliebt - und das immer unglücklich. Nele ist durch viele Zufälle in der Filmindustrie gelandet und hat durch einen noch größeren Zufall 20 Millionen geerbt. Die drei begegnen sich in Hongkong, Airport, 23.45h. Sibylle Berg, geb. 1962 in Weimar, lebt als Buchautorin, Essayistin und Dramatikerin in Zürich. Texte u.a. "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" (1997), "Sex II" (1998), "Das Unerfreuliche zuerst" (2001), "GRM. Brainfuck." (2019), "Nerds retten die Welt" (2020). Hongkong Airport, 23.45h

Sonntag 19:00 Uhr NDR kultur

Kriminalhörspiel

Wenn der Postmann zweimal klingelt Nach dem gleichnamigen Roman von James Mallaham Cain Aus dem Amerikanischen von Hilde Spiel und Peter de Mendelssohn Musik: Gerd Bessler Bearbeitung und Regie: Norbert Schaeffer Mit Konstantin Graudus, Christin Marquitan u.v.a. hr/NDR/SWF 1994 Frank Chambers ist völlig abgebrannt, als er, eher zufällig, in Nick Papadaki"s "Twin Oaks Tavern" landet. Aber als Nick ihm einen Job als Mechaniker für seine neben der Kneipe gelegene Tankstelle anbietet, zögert Frank. Doch dann sieht er Cora, Nicks Frau, und eine tödliche Leidenschaft nimmt ihren Lauf. Die beiden beschliessen, Nick umzubringen. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 19:00 - 19:03 Uhr Nachrichten, Wetter Kriminalhörspiel

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

South Side Matters Ein weißer Priester zwischen Ganggewalt und Waffenlobby Von Christian Lerch Seit 40 Jahren kämpft Michael Pfleger gegen die Brutalität der Gangs in Chicagos Süden Produktion: WDR 2017

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Notizen einer Verstörung Texte, Listen und Gedanken von Manuel Rubey über ein Leben vor, mitten in und nach nach der Corona-Pandemie Im letzten Jahr hat sich viel im Leben des Schauspielers und Kabarettisten verändert und angesammelt. Es war ein Jahr mit viel weniger Arbeit als gewöhnlich, ein Jahr, in dem sich Manuel Rubey viel mehr mit seinen Zwängen auseinandersetzen konnte, einigen Seelenmüll entsorgt und mit einer neuen Form von Angst leben gelernt hat. Aus diesen Beobachtungen und Erkenntnissen hat er für Contra Texte verfasst, die in der heutigen Sendung zu hören sind. Gestaltung: Bernhard Fellinger

Sonntag 20:05 Uhr Bayern 2

Bayerisches Feuilleton

"Zutritt verboten!" Vor und hinter verschlossenen Türen Von Thomas Kernert Auch wenn wir uns als "freie Bürger" definieren, gehört das Diktum "Zutritt verboten" zu unseren stillen Alltagserfahrungen: Wir dürfen nicht den Rasen, die Baustelle, das Privatgrundstück betreten. Geschlossene Gesellschaften, geheime Projekte und exklusive Veranstaltungen zeigen uns eiskalt den Rücken. In jedem besseren Firmenfoyer haben wir ohne gültige Chipkarte keine Existenzberechtigung. Wer dies bei der Empfangsdame moniert, wird freundlich aber bestimmt auf die Straße gelächelt. Selbst in der virtuellen Welt stehen Türsteher en masse herum und lassen uns ohne Passwort gnadenlos verhungern. Und was machen wir? - Durch den allgemeinen Zivilisationsprozess normiert, standardisiert und diszipliniert, ignorieren wir all diese Verbote, indem wir sie wortlos akzeptieren. Thomas Kernert singt ein Paraklausithyon in klaustromanen Zeiten, wobei er sich natürlich auch in die bayerische Geschichte begibt, wo es vor Verboten, Verbotsschildern und Zugangsbeschränkungen in alle Richtungen nur so wimmelt, angefangen beim allerersten je schriftlich erwähnten "Baiovarius" bis hin zum aktuellen Corona-Lockdown.

Sonntag 22:00 Uhr HR2

Hörspiel | Mister Deeds in New York von C.B. Kelland

Liebenswerte Komödie um ein Millionen-Erbe mit Ungereimtheiten Dank der Verfilmung von Frank Capra aus dem Jahr 1936 mit Gary Cooper in der Hauptrolle ist uns die Geschichte über den naiven, aber integren Longfellow Deeds immer noch geläufig - nicht zuletzt deshalb, weil der Film allweihnachtlich im Fernsehen präsentiert wird.

Sonntag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Literatur

Exit Wenn Schriftsteller ihren Freitod schreibend vorwegnehmen Von Florian Felix Weyh (Wdh. v. 09.11.2014) Die Schriftsteller Jean Améry, Wolfgang Herrndorf, Erich Loest, Sándor Márai schrieben über den eigenen Tod, bevor sie aus dem Leben schieden. "Niemandem fehlt ein guter Grund, sich zu töten." "Ist es nicht besser, dem Fallbeil, das uns alle guillotiniert, zuvorzukommen?" Für sich genommen klingen diese Sätze überzogen. Mit dem Wissen um den ihnen folgenden Tod klingen sie anders. Ob Jean Améry, Wolfgang Herrndorf, Sándor Márai oder Cesare Pavese - alle diese Autoren schrieben erst über den eigenen Tod, bevor sie ihn sich gaben. Auch Erich Loest hielt es so, bevor er hochbetagt aus dem Fenster einer Klinik sprang. Geändert hat sich der Umgang mit der Öffentlichkeit. Während Cesare Paveses und Sándor Márais Suizidnotate erst nach ihrem Tod veröffentlicht wurden, schrieb Wolfgang Herrndorf seinen Blog zum eigenen Sterben in aller Öffentlichkeit. Was fasziniert uns an Literatur, die ihren Wert mit dem Leben der Autoren beglaubigt? Strahlt ihre Todessehnsucht auf den Leser ab oder feiert sie das Leben? Je aktueller die Zeugnisse sind, desto stärker tritt der Freitod als Option gegen das Nichtsterbendürfen im Apparatemedizinpark in den Vordergrund. Wer den Sterbehilfeparagrafen verschärfen will, sollte zuvor die ergreifende Exitliteratur lesen.

Sonntag 23:00 Uhr rbb Kultur

LATE NIGHT JAZZ

Mit Ulf Drechsel Coltrane-Spuren Es braucht nie einen äußeren Anlass für gute, für spannende Musik. Die genügt sich selbst. Die von John Coltrane allemal. Sie müssen also nicht in einschlägigen Lexika forschen, warum gerade heute John Coltrane auf dem Plan steht. Coltrane geht immer! Eine knappe Stunde Zeit für ihn, allerdings wird er selbst nur eine gute Minute zu hören sein, denn es wird um Spuren gehen, die John Coltrane hinterlassen hat. Dass er den Jazz wie kaum ein anderer geprägt hat, steht außer Frage. Aber wie sieht es aus mit seiner Wirkung im Rock und Pop? Antworten auf diese spannende Frage und die entsprechende Musik dazu liefert in einem Beitrag für Late Night Jazz Wolf Kampmann. bis 00:00 Uhr

Sonntag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 Musikpassagen

Groove around the world Die Dissidenten werden 40 Von Tom Hagenauer Sahara Electric, Jungle Book oder Instinctive Traveller, so heißen ihre immer gut tanzbaren Produktionen, in denen nicht nur Musik aus unterschiedlichsten Welten aufeinandertrifft, sondern immer auch Musiker*innen aus aller Welt zusammenspielen. Vor 40 Jahren als Ableger der Münchner Weltmusik-Pioniere Embryo gegründet, haben sich die Dissidenten auf ausgedehnten Tourneen durch Nordafrika, Südamerika und Europa ihren Ruf erspielt. Der Klang der Kasbah in Tanger, recording sessions in Bangalore oder eine Spurensuche entlang der Donau: davon erzählen Uve Müllrich, Marlon Klein und Frido Josch.

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